Drohnen sind derzeit häufig in den Nachrichten. Flughäfen, kritische Infrastruktur und Sicherheitsbehörden beschäftigen sich zunehmend mit der Frage, wie man Drohnen erkennen und im Ernstfall abwehren kann.
Unter dem Begriff „Drohne“ fallen sehr unterschiedliche Fluggeräte und Einsatzbereiche. Eine Drohne kann beispielsweise für gewerbliche Aufnahmen eingesetzt werden, bei Rettungseinsätzen helfen, landwirtschaftliche Flächen überwachen – oder einfach ein Freizeitgerät sein.
FPV steht für „First Person View“. Dabei trägt der Pilot eine Videobrille und sieht aus der Perspektive der Drohne, was diese Kamera aufnimmt. Für viele FPV-Piloten ist das vor allem ein Hobby, das Elemente aus Modellbau, Elektronik, Computertechnik und Flugsport verbindet.
Ein selbst gebauter FPV-Quadcopter kann dabei völlig andere Eigenschaften haben als eine professionelle Überwachungs- oder Industriedrohne.
Ein kleiner FPV-Copter kann beispielsweise einfach dazu genutzt werden, durch einen Wald zu fliegen, Landschaften aus einer neuen Perspektive zu filmen oder auf einem geeigneten Modellfluggelände zu trainieren. Das eigentliche Problem ist nicht die Technik allein
Natürlich können Drohnen auch missbraucht werden. Genau deshalb sind Erkennung und Abwehr bei Flughäfen, militärischen Einrichtungen und anderer kritischer Infrastruktur wichtig.
Aber aus der Tatsache, dass eine Drohne technisch dazu geeignet ist, etwas Bestimmtes zu tun, folgt nicht automatisch, dass jeder Drohnenpilot eine Gefahr darstellt.
Das wäre ungefähr so, als würde man jedes Auto als Sicherheitsrisiko betrachten, nur weil manche Fahrzeuge für Straftaten benutzt werden können.
Eine sinnvolle Lösung sollte deshalb möglichst genau unterscheiden können:
Wer fliegt wo, mit welchem Gerät und zu welchem Zweck?
Je besser zwischen einem unbekannten Flugobjekt über einem Flughafen und einem legalen Freizeitflug unterschieden werden kann, desto besser ist das letztlich auch für die FPV- und Modellbauszene.
Denn das Ziel sollte nicht sein, jede Drohne unter Generalverdacht zu stellen.
Das Ziel sollte sein, gefährliche Drohnen zuverlässig zu erkennen – und gleichzeitig legale Nutzung weiterhin zu ermöglichen.
Die aktuelle Diskussion über Drohnenabwehr ist wichtig. Sie sollte aber differenziert geführt werden.
Zwischen einer missbräuchlich eingesetzten Drohne, einem professionellen Arbeitsgerät und einem kleinen FPV-Quadcopter eines Hobby-Piloten liegen teilweise Welten.
Sicherheit ernst nehmen und das legale Hobby nicht pauschal zum Sicherheitsproblem erklären.